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In knapp vier Wochen, am 25. Mai, findet die Wahl zum EU-Parlament statt. Aus Österreich wurden bisher 19 Abgeordnete entsandt. Weil mit Kroatien das bereits 28. EU-Mitgliedsland aufgenommen wurde, werden künftig nur mehr 18 Abgeordnete aus Österreich im riesigen Plenum Platz nehmen.

Zwar ist die Bevölkerung über die Vorgänge in den Europäischen Institutionen nur wenig informiert, doch das Interesse scheint vorhanden zu sein. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Oekonsult unter 1127 wahlberechtigten Österreichern. Kristin Allwinger:

“Die gute Nachricht zur EU-Politik ist: Österreichs Bevölkerung wäre gar nicht so uninteressiert an Informationen.”

Fast ein Drittel der Befragten gab an, zumindest einmal pro Woche über die Arbeit der EU-Mandatare in TV-Nachrichten oder Zeitungen informiert werden zu wollen, jeder Fünfte wünscht sich Infos per Post oder eMail. Auch die Bitte nach regelmäßigen Sprechtagen ist bei 8,4 Prozent der Österreicher vorhanden. Null Interesse an der Arbeit der EU-Parlamentarier gaben 19,8 Prozent an.

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Gräuelpropaganda

Kritischen Berichten über die Zustände im EU-Parlament wird offenbar wenig geglaubt: Der Großteil der Befragten hält diese für übertrieben (22 Prozent) oder für unwahr (18,2 Prozent). Ein Drittel hält sie grundsätzlich für wahr, knapp 25 Prozent der Befragten sind darüber richtig erbost. Unterm Strich sei das ein positives Signal, glaubt Studienleiterin Allwinger: „Die Bevölkerung glaubt keineswegs alle Gräuelpropaganda.“

Sorgen macht den Wahlstrategen immer die Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl. Sie ist traditionell schwach, 2009 lag sie bei knapp 46 Prozent – das heißt von 6,3 Millionen Wahlberechtigten gaben nur 2,9 Millionen ihre Stimme ab. Das Desinteresse zeigt sich auch beim Thema EU-Wahlkampf: 30 Prozent der Befragten geben an, sehr interessiert zu sein, 31 Prozent sind dagegen kaum oder gar nicht interessiert. Insgesamt zeigten etwas mehr als die Hälfte der Befragten generell Interesse an EU-Wahlkampfthemen.